Festival: Orange Blossom 22

Am letzten Wochenende fand das 22. Orange Blossom Special Festival in Beverungen statt. Ein Festival, das die Uhren anders ticken lässt und mit seiner Kulisse eine einzigartige Atmosphäre kreiert. Nicht jeder kommt auf die Idee, eine Bühne in seinem Garten zu errichten um dort solch ein Festival zu starten. Glitterhouse Records sorgt mit der alten Villa und der mit viel Liebe erbauten Bühne für einen Ort, der außerhalb der normalen Welt liegt. Dazu kommt, dass der Campingbereich des Festivals direkt an der Weser im Grünen liegt und somit auch ein Urlaubsgefühl verschafft. Ein besonderes Festival, das für Tiefenentspannung und die gemeinsame Liebe der Besucher für Musik steht.

Casper OBS22

Freitag:
Um 16.30 Uhr eröffnete Tim Vantol OBS22 als erster Act. Der sympatische Musiker aus Amsterdam ist in den Punk-/ Folkrock und als Singer-/Songwriter einzuordnen. Auf seinem Album klingt er schon etwas zu sauber, aber live liefert er durch seine Spielweise eine unheimlich gute Stimmung, kombiniert mit einer starken Bühnenpräsenz. Seine Texte handeln vom Leben und dem Weg den man geht. So spricht er mit seiner rauen Stimme die Hörer an und begeistert sie. Als Start in den Musiktag eine gelungene Wahl.

Als letzer Act am Freitag tischte Casper auf und zeigte warum er so viele Fans hat. Mit großen Gesten und vollem Ausnutzen der Bühne motivierte er die Zuschauer und regte sie an mitzutanzen. Starke Texte und ein ehrliches Auftreten machen seinen Charme aus und sorgen dafür, dass sein Publikum aus alles Altersgruppen besteht.

Ida Mae OBS 22

Samstag:
Am Samstag um 11.30 Uhr standen dann IDA MAE auf der Bühne und zeigten was sie können. Chris Turpin mit seiner wundervollen Gitarre zeigte, dass er sie gemeistert hat und holte mit extremer Präzision einzigartige Klänge hervor. Dazu lässt seine unglaubliche Stimme und das Zusammenspiel mit dem Gesang von Stephanie Jean eine wundervolle Harmonie entstehen. Das geschickte Spiel mit ihren Fähigkeiten sorgt für klare und pure Musik die sich im Kopf festsetzt. Die beiden haben einzigartige Stimmen, die sie zum setzen von kraftvollen Akzenten benutzen. Die Kunst, mit genaust platzierten Tönen eine solch gefühlvolle Atmosphäre zu erzeugen, ist atemberaubend. Ein absolutes Highlight des Festivals, sodass man Ida Mae unbedingt im Auge behalten sollte.

Um 20.35 Uhr spielten dann Giant Rooks . Die Band aus Hamm sind seit 4 Jahren in dieser Konstellation zusammen und viele ihrer Konzerte sind ausverkauft. Diese noch junge Band braucht sich nicht zu verstecken. Sie präsentieren sich mit sehr viel Elan und ausgereifter Musik. Die Stimme des Sängers Frederik Rabe lässt einen erstaunen und man fragt sich wo diese gewaltige Stimme herkommt. Ein toller Auftritt der zeigt das Musik ihre Leidenschaft ist.

Kettcar OBS 22

Sonntag:
Sonntag Morgens der Suprise Act auf dem OBS22. Es gab viele Vermutungen doch es wussten bis zum Schluss nicht viele. Aus Hamburg waren Kettcar angereist, um den Besuchern das Festival zu verfeinern. Eine wunderbare Überraschung die Männer live zu erleben. Mit knackigen Ansagen und dem Gesang von Marcus Wiebusch lieferten sie ihre ehrlichen und mitreißenden Songs. Lieder wie "Sommer '89" und ein Cover von "Der Tag wird kommen" treiben Tränen in die Augen und regen zum Denken an. Diese Band setzt keine Hits, sondern Statements und bezieht Position mit ihren musikalischen Ansagen.

Als vorletzter Act am letzen Tag des Festivals gehörte die Bühne dann Birth of Joy. Musikalisch ist diese Gruppe in den 70er Psychodelic/Rock einzusortieren. Wer jetzt denkt, dass diese Band klingt wie schon mal gehört oder einen typischen Staub mit sich rum trägt, irrt sich. Staubig war es nur vor der Bühne als die Besucher anfingen zu springen und zu tanzen. So ging es noch einmal wild zu vor dem Ende des Festivals. Birth of Joy klingen klassisch aber nicht "muffig" und ziehen somit das Publikum in ihren Bann.

Insgesamt ist das Orange Blossom ein Festival, das durch die Atmosphäre, die Gelassenheit der Besucher und vor allem durch die Liebe zu der Musik heraussticht. Ein Festival, bei dem die Musiker spielen und das Publikum komplett still ist um die Musik zu genießen, ist etwas besonderes. Kein Wort wird gesprochen, es wird konzentriert zugehört. Das erzeugt einen unheimlichen Charme den man erleben muss.

Vielen Dank an alle, die an der Planung, Ermöglichung und Ausrichtung des OBS beteiligt waren. Danke an die Künstler und an die feinen Menschen die das Rahmenprogramm mitgestaltet haben.

Bis nächstes Jahr.
Gruß Nach Vorne Musik Blog

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